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Heute gibt es ein etwas älteres Gedicht (entstanden Sommer 2015), das damals für einen Lyrik-Wettberwerb zum Thema "Zeitlos" entstanden ist.

Weil niemand ohne Zeit sein kann

Melodien tanzen von Dach zu Dach,
wandern über Wälder und durch die Stadt.
Sie tröpfeln von deinem Fenstersims
und lächeln dich an,
weil ein Lächeln nicht ohne Zeit sein kann.

Immer fort und immer hier,
ich kann sie nicht halten, ich kann sie nicht sehen.
Spürst du sie? Spürst du, wie deine Zeit verrinnt?
Und siehst du, wie sie auf deiner Nase tanzt,
weil du nicht ohne Zeit sein kannst?

Manchmal tröpfelt sie zäh wie Erdnussbutter vom Löffel,
dann dreht sie sich am Marmeladenglas der Stunde,
der Sekunde und des Jahres.
Fühlen sich die drei nicht gleich an,
weil kein Leben ohne Zeit sein kann?

Lass sie doch sein, wie auch immer sie ist!
Lass sie fließen, lass sie fliegen, lass sie tanzen!
Die Zeit ist so schön und grausam zugleich,
Sie lacht dich aus und sieht dich an,
weil niemand ohne Zeit sein kann.