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Zu dritt

- und für einen Moment drehte sich die Welt nicht mehr. Jedes Geräusch war verharrt. Nur ihr Herz pochte durch die Stille.

Er streckte die Hand nach ihr aus. Auf halben Weg überlegte er es sich anders, zupfte stattdessen mit zwei Fingern ein einzelnes Haar von ihrer Schulter. Es zog sich lang, bis auch seine Spitze den Kontakt zu ihrem T-Shirt verlor und es sich einkringelte. Für einen Moment betrachtete er es. Im Schein der Küchenlampe sah die Locke golden aus. Immer noch Schweigen. Immer noch Stille.

Das Geheimnis, das jetzt keines mehr war, hing unsichtbar zwischen ihnen in der Luft.

Ihr fiel auf, dass es nicht ihr Herz war, das sie hörte, auch wenn es schwer von innen gegen ihre Brust pochte. Es war der Zeiger der Küchenuhr, der vorwärts tickte. Die Zeit war also doch nicht stehen geblieben.

Er ließ das Haar los, beobachtete, wie es Richtung Boden schwebte. Sein Blick wanderte in ihr Gesicht, verharrte einen Augenblick. Sie hatte die Augen geschlossen.

Er musterte sie. Ihre Brust hob und senkte sich schneller als gewöhnlich. Jetzt, wo er es wusste, konnte er es beinahe sehen, als er ihr auf den Bauch starrte.

Sie öffnete die Augen. Und war überrascht. Ein Lächeln hatte sich auf seine Lippen gestohlen.