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Im Abendrot des Sommerleuchtens

und vor der Tür
ein letzter | allerletzter
Augenblick
eine Chance
um auszusprechen
was auf deiner Zunge
schon seit Jahren wartet

Worte im Norden

Worte im Norden
erzittern im Wind
Stimmen verloren
fort aus dem Sinn

Mit Herzblut

Der Pinsel weint,
weil die Rosenblätter schweigen.
Sie wohnten auf der Leinwand,
bevor das Blau des Himmels sie begrub.

Unter Wasser

Über Steine plätschern sie,
unter Sandkörner treiben sie,
die Worte der Wellen,
die Sätze der Wirbel.

Ein Haiku für das neue Jahr

Um die Welt reisen,
der Welt davon erzählen,
nach Hause finden.

Der Untergang oder Spät Nachts am Klavier komponieren

Du füllst den Raum mit Farben,
Musik füllt ihn mit Licht,
damit wir sie auch sehen können,
wenn die Welt zerbricht.

Auf der Brücke

11.11.2016

Wer entscheidet,
     wer du bist?
Warum gehst du
     dorthin?
Wo bleibst du
     stehen?
Wann ist es
     genug?

Weil niemand ohne Zeit sein kann

Melodien tanzen von Dach zu Dach,
wandern über Wälder und durch die Stadt.
Sie tröpfeln von deinem Fenstersims
und lächeln dich an,
weil ein Lächeln nicht ohne Zeit sein kann.

Das Nussschalenboot

In einer kleinen Nussschale,
die vor und zurück schaukelt
auf den Wellen der Unendlichkeit,
sitzen tausende Geschichten.

Drei Vögel

Auf zwei Ästen sitzend,
die Köpfe gedreht, die Augen offen,
sitzen zwei Vögel und tuscheln.
Sie sprechen über mich,
sie beobachten mich,
wie ich unter ihnen, unter dem Baum,
auf dem sie sitzen,
zu ihnen nach oben blicke.

Ein Flüstern aus der Ferne

Und im Dunklen
flüsterst du mir zu,
dass du ohne mich
in deinen Armen,
keine Ruhe findest,
keinen Schlaf.
Darum flüst're ich
sogleich zurück:
Ich bin da,
wenn du erwachst.

Eine Welle aus Lärm und Ton

Eine Welle erhebt sich,
sie rollt durch den Saal,
sie bricht und schäumt
und tost.

Durch den Nebel

Durch den Nebel geht es,
fort, fort immer fort.
Wo ist vorne, wo ist hinten?
Unsere Fußspuren tanzen im Schnee.